Grauer Star

In einem gesun­den Auge die­nen Linse und Horn­haut der Bün­de­lung der auf die Netz­haut ein­fal­len­den Licht­strah­len. Über die Seh­ner­ven wer­den die Seh­ein­drü­cke an das Seh­zen­trum im Gehirn wei­ter­ge­lei­tet. Bei einem Grauen Star (einer Kata­rakt) ist die natür­li­che Linse getrübt und der Seh­ein­druck, der die Netz­haut erreicht, wird immer schwä­cher. Der Pati­ent sieht ein getrüb­tes, unschar­fes Bild.

Der Graue Star ist in der Regel eine alters­be­dingte Erkran­kung, die zu einer lang­sa­men Abnahme des Seh­ver­mö­gens führt. Er kann aber auch ange­bo­ren sein, durch andere Augen­er­kran­kun­gen oder die Ein­nahme spe­zi­el­ler Medi­ka­mente her­vor­ge­ru­fen wer­den. Die ein­zig wirk­same Behand­lung des Grauen Stars ist die ope­ra­tive Ent­fer­nung der getrüb­ten natür­li­chen Linse und der Ein­satz einer Kunst­linse, die das Seh­ver­mö­gen weit­ge­hend wiederherstellt.

Der Ablauf der Operation

Vor der Ope­ra­tion wer­den Sie noch­mals ein­ge­hend unter­sucht.
Die Ope­ra­tion des Grauen Stars wird meist in örtli­cher Betäu­bung durchgeführt.


Wäh­rend des Ein­griffs sind Sie wach und haben keine Schmer­zen. Ihr Kopf wird mit einem ste­ri­len Vlies abge­deckt, Sie kön­nen völ­lig frei atmen. Sie hel­fen Ihrem Ope­ra­teur, indem Sie genau sei­nen Anwei­sun­gen fol­gen, nicht in Rich­tung Kopf fas­sen und ruhig und ent­spannt lie­gen bleiben.

Die getrübte Linse wird über einen klei­nen Schnitt durch Ultra­schall zer­klei­nert und ver­flüs­sigt und mit einer dün­nen Hohl­na­del abgesaugt.


In die Kap­sel­hülle der alten Linse wird die neue Kunst­stoff­linse plat­ziert. Durch den klei­nen Schnitt wird meist eine gefal­tete Linse ein­ge­führt, die sich all­mäh­lich im Kap­sel­sack ent­fal­tet. Auf­grund einer beson­de­ren Schnitt­füh­rung ver­zich­ten wir nach der Ope­ra­tion bei fast allen Pati­en­ten auf eine Naht.

Mög­li­che Kom­pli­ka­tio­nen und Nebenwirkungen

Die auf­ge­lis­te­ten Kom­pli­ka­tio­nen tre­ten nur sehr sel­ten auf. Indem Sie unsere Fra­gen vor der Ope­ra­tion sorg­fäl­tig beant­wor­ten und sich exakt an die Anwei­sun­gen des Ope­ra­teurs und des OP-Teams hal­ten, tra­gen Sie aktiv zu einer erfolg­rei­chen Ope­ra­tion bei.

Infek­tio­nen, die das Seh­ver­mö­gen bedro­hen und im Extrem­fall zum Ver­lust des Auges füh­ren kön­nen, sind durch die moder­nen Ope­ra­ti­ons­tech­ni­ken und durch die Anwen­dung von anti­bio­ti­schen Augen­trop­fen äußerst sel­ten geworden.

Teil­weise schmerz­hafte Ein­trü­bun­gen der Horn­haut tre­ten meist nach vor­be­ste­hen­den Horn­hau­ter­kran­kun­gen auf. Diese kön­nen durch ent­spre­chende Medi­ka­mente lang­sam auf­ge­klart wer­den. In sel­te­nen Fäl­len ist eine Horn­haut­trans­plan­ta­tion notwendig.

Ein erneu­ter ope­ra­ti­ver Ein­griff wird bei einer Netz­haut­ab­lö­sung, einer Infek­tion, einem Reiz­zu­stand und einer Ent­zün­dung evtl. not­wen­dig. Ver­ein­zelt kann ein Linsen­tausch nötig sein und in ganz sel­te­nen Fäl­len muss die künst­li­che Linse erneut ent­fernt werden.

Eine Min­de­rung des Seh­ver­mö­gens nach der Ope­ra­tion kann eine Folge von bereits vor­be­ste­hen­den Augen­er­kran­kun­gen sein. In Aus­nah­me­fäl­len kann dies auch eine Reak­tion auf die Star­o­pe­ra­tion sein. Ins­be­son­dere kann die Seh­schärfe durch Ver­än­de­run­gen der Netz­haut­mitte (z.B. durch ein zysto­ides Maku­la­ö­dem), Lin­sen­de­zen­trie­run­gen, Horn­haut­trü­bun­gen und damit ver­bun­de­nen Blen­der­schei­nun­gen ver­min­dert werden.

Als Nach­star wird die Ein­trü­bung der natür­li­chen hin­te­ren Lin­sen­kap­sel bezeich­net. Diese Trü­bun­gen wer­den mit einem Laser­ein­griff dau­er­haft beho­ben. Sie müs­sen sich kei­ner zwei­ten Ope­ra­tion unterziehen.

Tipps für das rich­tige Ver­hal­ten nach der Operation

Sofern Sie nach der Ope­ra­tion Schmer­zen haben, Ihr Seh­ver­mö­gen sich ver­schlech­tert oder Ihr Auge sich unge­wöhn­lich rötet, mel­den Sie sich bitte umge­hend bei uns.


  • Unmit­tel­bar nach der Ope­ra­tion erhal­ten Sie einen Augen­ver­band, der bei der Kon­trolle am nächs­ten Tag abge­nom­men wird.
  • Bitte wen­den Sie die von uns ver­ord­ne­ten Augen­trop­fen (Augen­salbe) sorg­fäl­tig und regel­mä­ßig an.
  • Am Tag nach der Ope­ra­tion kön­nen Sie duschen. Vor­sich­ti­ges Haare waschen ist nach ca. 5 Tagen mög­lich. Ver­mei­den Sie bitte, mit Wasch­lap­pen oder Taschen­tü­chern das Auge auszuwischen.
  • Bitte rei­ben Sie in den ers­ten Tagen nach der Ope­ra­tion nicht am Auge. Auch soll­ten Sie in den nächs­ten 2 Mona­ten nach der Ope­ra­tion kei­nen Druck auf das Auge ausüben.
  • Nor­male Haus­ar­beit (kochen, abwa­schen etc.) ist schon am Tag nach der Ope­ra­tion möglich.
  • Kör­per­li­che Anstren­gung soll­ten Sie ca. 1 Monat lang ver­mei­den. Bitte ver­zich­ten Sie in die­ser Zeit auch auf Sau­na­be­su­che und mei­den Sie öffent­li­che Bäder.
  • Bitte ver­zich­ten Sie in den ers­ten 4 Wochen auf das Schminken.
  • Erst nach­dem Ihr Augen­arzt es Ihnen aus­drück­lich erlaubt, dür­fen Sie wie­der ein Fahr­zeug führen.